Fahrradtouristische Qualitätsregion Unterfranken
Ø Wussten Sie schon, dass sich alle der gegenwärtig vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) zertifizierten Fahrradrouten Deutschlands in Unterfranken befinden?
Ø Wussten Sie schon, dass in 6 der 9 Unterfränkischen Landkreise zwischen 2004 und 2007 Konzepte zur Verbesserung des Fahrradtouristischen Angebotes erstellt und umgesetzt wurden?
Ø Wussten Sie schon, dass mehr 5000 Kilometer Radwanderrouten und mehr als 1000 km Mountainbikerouten zwischen Werra und dem Nordsteigerwald, zwischen Bamberg und Aschaffenburg nach den Empfehlungen der Forschungsgesellschaft für das Straßen- und Verkehrswesen (auch ADFC-Empfehlungen genannt) ausgeschildert wurden?
Ø Wussten Sie, dass entlang der Radfernwege in den sechs Landkreisen ein Informations- und Rastsystem für Fahrradtouristen eingerichtet wurde?
Wenn nicht, lesen sie bitte hier weiter:
Seit 2006 bietet der ADFC die Zertifizierung von Radfernrouten an. Hier werden Breite, Oberfläche, Verkehrssicherheit, Routenführung, touristische Infrastruktur, Bahnanbindung beurteilt und mit einem Punktesystem ausgewertet. Die erste Bayerische Radroute und dritte in Deutschland, die sich dem Verfahren unterzog, war 2007 die Fahrradroute Vom Main zur Rhön. (siehe Skizze) In 2008 zog der Tourismusverband Franken mit dem Mainradweg nach. Beide Routen erreichten Spitzenwerte. Während die Route Vom Main zur Rhön mit über 80 Punkten vier Sterne erhielt, lag der Mainradweg in seiner Punktezahl noch besser und ist gegenwärtig eindeutig die qualitativ beste touristische Radroute in Deutschland. Im August wird das Ergebnis der Öffentlichkeit vorgestellt.
Beide Routen sind miteinander verknüpft: Vom Main zur Rhön zweigt bei Gemünden vom Mainradweg ab und führt, wie der Name sagt, in die Rhön. Aber auch wieder zurück.
Konzepte zur Verbesserung des Fahrradtouristischen Angebotes
Im Jahre 2004 fing alles an: Der unterfränkische Landkreis Rhön-Grabfeld gab ein Konzept zur Verbesserung des Fahrradtouristischen Angebotes in Auftrag. Wie „ein Flächenbrand“ breitete es sich aus und erfasste die Landkreise Bad Kissingen, Schweinfurt, Main-Spessart, Haßberge und Kitzingen. Mit nur geringen Unterschieden, wurde das Rhöner Konzept in allen diesen Landkreisen umgesetzt. Das daraus für Radler direkt vor Ort zu erlebende Positive ist insbesondere die Wegweisung. Merkte man früher durch Änderung oder Fehlern der Wegweisung den Wechsel von Landkreis zu Landkreis oder sogar zwischen den Gemeinden, so fährt man heute vernetzt von Meiningen an der Werra bis Gerolzhofen am Steigerwald oder Kitzingen und Volkach am Main, vom Landkreis Bamberg bis nach Fulda und Aschaffenburg. Aber auch Rast- und Informationsstruktur, Internetauftritt und neue Radwanderkarten- bzw. Tourenvorschläge entstammen diesen Konzepten. Weiterhin ist positiv zu vermerken, dass die zentrale Route der Region, der Mainradweg, überall mit den markierten Regionalrouten durch die Wegweisung verknüpft ist.
Bayerns Geheimra(t)dsecke
Der Weimarische Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe, der eine längere Zeit in dem damaligen Sachsen-Weimarischen Amtsstädtchen Ostheim wirkte, wäre vielleicht ob der guten Bedingungen zum Radwandern in der Rhön zum "Geheim-Rad" geworden und zu seinen Wiesenbewässerungsprojekten im Streutal geradelt.
Die heutigen Fahrradrouten führen durch Landschaften, die sich den Radtouristen bislang kaum erschlossen haben. Insbesondere die Rhön ist Unterfrankens „Geheimra(t)dsecke. Durch wenig sachgemäße Werbung früher als rauh und gebirgig bekannt. Fakt ist jedoch, dass die Ostseite der Rhön, also die Fränkische Rhön, zu den sonnenreichsten und regenärmsten Gebieten in Bayern gehört. Fakt ist aber auch, dass man dort keine steilen Berge bezwingen muss, weil die Radwanderrouten, z. B. entlang Fränkischer Saale und Sinn, meist direkt neben den Flüssen verlaufen und sich deren gemächlichem Gefälle anpassen. Zwischen Schweinfurt am Main und Fladungen an der Hochrhön, der nördlichsten Stadt Bayerns, liegen gerade mal 210 m Höhendifferenz bei einer Entfernung von knapp 100 Kilometern.
Die Fahrradtouristische Qualitätsroute Vom Main zur Rhön ist zugleich die klassische nordbayerische Bäderlandroute. Mit Bad Kissingen, Bad Bocklet, Bad Neustadt, Bad Königshofen und Bad Brückenau liegen alle fünf Kurorte der Bäderlandkreise Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld an der Route. Viel mehr Gesundheit und Wellness kann man auf eier 280 km langen Route kaum erfahren. Dazu kommen noch Luftkurorte wie Ostheim v. d. Rhön, Fladungen, Oberelsbach und Bischofsheim. Hinzu kommt aber auch das einzigartige Erlebnis einer Fahrradtour durch das Biosphärenreservat Rhön. Wenn man möchte, sogar auf der durchschnittlich 800 m hohen Panoramaroute der Hochrhön.
Eines der größten Mountainbikereviere in Deutschland.
Es war ungewöhnlich und für vielen Mountainbiker auch ungewohnt: Anders als in anderen Revieren, wo man Rundtouren auswies, schuf man ab 1998 in der Rhön ein Mountainbike-Routen-Netz, innerhalb dessen sich die Mountainbiker selbst orientieren, innerhalb dessen sie ihre Touren auch selbst planen und zusammenstellen konnten. Nötig wurde es durch Beschränkungen bei der freien Wegeauswahl im Naturschutzgebiet Lange Rhön. Möglich wurde es durch eine Arbeitsgruppe der Verwaltung des Biosphärenreservates Rhön, an der der Allgemeine Deutsche Fahrrad Club (ADFC) maßgeblich beteiligt war. Bis heute wird es kontinuierlich ausbaut: Es reicht von der Landesgrenze Thüringens im Norden bis zum Main bei Gemünden und von Fulda bis zur Streu bei Mellrichstadt und Bad Neustadt.
Informationen zu den Fahrradtouristischen Möglichkeiten gibt es bei allen für den Tourismus zuständigen Stellen. Individuelle Tourenplanungen erstellt das Team von rhön-active. Touren Guides für Gruppen können ggf. vermittelt werden. Zu empfehlen ist auch die Fahrradliteratur von Jochen Heinke aus Parzeller Buchverlag Fulda: Mit Fahrrad und Gepäck vom Main zur Rhön; Mit dem Fahrrad wandern in der Rhön; Die schönsten Mountainbiketouren in der Rhön.
Jochen Heinke von www.rhoen-active.de